Was verrät der Körperbau über einen Menschen?Herzlich Willkommen

K�rperbau Der Psychiater Erst Kretschmer hat die uralte Erkenntnis, dass man vom Körperbau eines Menschen auf bestimmte typische Charaktereigenschaften schließen kann, genau untersucht. Seine Forschungen die er in seinem Buch „Körperbau und Charakter“ beschrieb, haben auf der ganzen Welt Beachtung gefunden. Er erntete natürlich auch Kritik. Aber spätere Nachuntersuchungen haben ergeben, dass Kretschmer einen bedeutenden Beitrag zur Menschenkenntnis geleistet hat. Deshalb lohn es sich seine Erkenntnisse übersichtlich darzustellen, denn wer andere Personen nach ihrer Konstitution richtig einschätzen kann, weiß auch mehr über ihr Verhalten. Kretschmer unterscheidet vier Typen:
Der leptosome Typ
Schmaler, hochaufgeschlossener Körper, langer, flacher Brustkorb, magere Arme und zarte Hände. Die Muskeln sind dünn. Die Beine sind schlank. Zu den Leptosomen gehören zum Beispiel auch große sehnige Menschen, die hervorragende Leistungen in der Leichtathletik vollbringen können. Das Gesicht ist fettarm. Das Profil scharf geschnitten. Die Nase tritt hervor. Manchmal ist der Unterkiefer etwas fliehend.
So gibt er sich:
Gekünstelt heiter, witzig und gesprächig, gleichmäßig freundlich, ruhig, scheinbar ausgeglichen, scheu empfindsam, fade, langweilig, als kalter nüchterner Verstandsmensch, als brutaler, vor nichts zurückschreckender Zyniker. Die Leptosomen zeigen sich also nach außen sehr vielfältig. Das ist jedoch meist Fassade. In Wirklichkeit lebt der Leptosome in sich hinein. Unter leptosomen Menschen findet man kalte Despoten, nüchterne Rechner, empfindsame Lyriker, mürrische Schweiger, fanatische Idealisten, haltlose Gammler, gefühlslose Gewohnheitsverbrecher, kleinliche Pedanten, hervorragende Stilisten und kultivierte Ästheten. Die Leptosomen tragen oft zwei Seelen in ihrer Brust. Deshalb neigen sie auch zu psychischer Unruhe, Spannung und Nervosität. Es kommt vor, dass der eine Teil der Persönlichkeit etwas will, was der andere Teil verabscheut. Der eine Teil liebt zum Beispiel die Kunst, und der andere Teil hasst die Sinnlosigkeit, weil eventuell nur wenig Geld damit verdient werden kann. Die beiden Teile leben nicht friedfertig nebeneinander, jeder versucht die Oberhand zu gewinnen und den anderen zu verdrängen. Dadurch kann ein Charakterzwitter entstehen. Außerdem wird die Empfindungs- und Erlebnisfähigkeit dieser Menschen eingeschränkt, wenn die Gefühle von einem ständig kontrolliert und kritisiert werden. Der Leptosome kann unbeugsam ein Ziel verfolgen. Andere Leptosomen dagegen leben völlig gleichgültig und angepasst. Es gibt Leptosomen, die innerlich hohl und ausgestorben sind, andere wieder sind äußerst empfindsam und sensibel. Viele zeigen ein distanziertes und unpersönliches Verhalten zur Umwelt.

 

Der pyknische Typ
Der Knochenbau ist meist nur schwächlich ausgebildet. Auffallend ist vor allem die Fettbildung. Der Körper ist meist mittelgroß und etwas gedrungen. Das Gesicht ist weich und breit und der Hals dick und kurz. Der Brustkorb ist gewölbt, und der Fettbauch wirkt mächtig. Die Gesichtshaut ist oft gerötet, die Körperhaut dagegen weiß. Das auffälligste Merkmal am pyknischen Körperbautyp ist das Verhältnis Brust- Schulter- Hals. Die Schulterbreite ist gering, die Brust hat dagegen einen großen Umfang und der Hals ist kurz.
So gibt er sich:
Er besitzt eine große Gefühlserregbarkeit, verbunden mit einem Bedürfnis, seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Seine Stimmung wechselt rasch. Durch eine Kleinigkeit kann heftiger Zorn ausgelöst werden, der bei einem neuen Eindruck schnell wieder verfliegt-. Bei manchen Pyknikern sind die konventionellen sozialen Hemmungen nur wenig ausgeprägt. Sie neigen zu naiver, nicht bösartig gemeinter Rücksichtslosigkeit. Die Pykniker sind nicht alle gleich. Unter ihnen gibt es ganz verschiedene Charaktere. Viele Pykniker sind tüchtig und redselig. Sie leben gern und gesellig, sind lustig und betriebsam. Andere Pykniker sind optimistisch, gesellig und freundlich. Sie werden leicht sentimental und melancholisch. Unter den Pyknikern befinden sich auch stille, gemütvolle Menschen, die unter ihrem Mangel an Fröhlichkeit etwas leiden. Sie neigen zu pessimistischen Äußerungen und jammern und klagen sehr ausdrucksstark. Im alter sind sie oft stille und resignierende Weltbetrachter. Die Vielfältigkeit dieser Charaktermerkmale zeigt, dass man jeden Pykniker einige Zeit beobachten muss, bevor man weiß zu welcher seelischen Grundstimmung er besonders neigt.

 

Der athletische Typ
Die Muskeln sind kräftig entwickelt und die Schultern breit. Der Brustkorb ist fest und stark. Die Muskulatur tritt hervor. Der Knochenbau ist etwas grob. Hände und Füße sind groß. Auch das Gesicht ist muskulös, die Nase und der Unterkiefer sind kräftig entwickelt.
So gibt er sich:
Die Athletiker wurden bisher nicht so ausführlich untersucht wie die Leptosomen und die Pykniker. Über ihre seelische Struktur weis man bisher wenig. Kennzeichnend für den athletischen Typ ist ruhige Bedächtigkeit, Unerschütterlichkeit in erregenden Situationen mit zeitweise kurzen Affektexplosionen. Die Athletiker wirken stabil, zäh und nicht sehr wendig im Denken und Fühlen.

 

Der dysplastische Typ
Beim Dysplastiker ist eine Körperregion unter oder überentwickelt, während der übrige Körper normal ausgebildet ist. Zu den dysplastischen Typen gehören Frauen mit männlichem Körperbau und Männer mit weiblichen Zügen sowie Zwergformen, Hoch und Fettwuchs. Die dysplastischen Körperbauformen beruhen mitunter auf einer Unter- oder Überfunktion der Drüsen.